PROGRAMM

FREMDENZIMMER I-III
Von Ulrike Syha
Szenen einer Ehe oder einer eheähnlichen Beziehung beschreibt Ulrike Syha in ihrem aus drei Teilen bestehendem Stück. Doch was kennzeichnet diese Beziehung, in der das Fremde vertraut, das Vertraute fremd wirkt?

Teil I: Ich bin keine Band. Hugo besucht eine Tagung mit dem Wunsch seiner alltäglichen Welt zu entfliehen und zwar in die Anonymität der Unauffälligkeit. Beim Einchecken ins Hotel tarnt er sich deswegen als Teppichhändler. Doch diese Tarnung erscheint völlig unzureichend, denn Hugo wird erkannt. Von den unterschiedlichsten Menschen im Hotel wird er mal als Band-Musiker, mal als Tourenwagenfahrer angesprochen, und alle diese Menschen sehen aus wie seine Frau Marthe.

Teil II: Marthe scheint sich in einem Hotelzimmer in Nürnberg zu befinden. Sie hat ihre Mutter besucht. Angesichts der fremden Vertrautheit ihres Hotelzimmer reflektiert sie auf ihre Beziehung zu Hugo.

Teil III: Marthe und Hugo treffen sich in ihrer gemeinsamen Wohnung. Das Wissen um die körperliche Anwesenheit des jeweils anderen suggeriert eine Nähe, deren Realität nicht greifbar ist.

Ulrike Syha, geboren 1976 in Wiesbaden, absolvierte nach dem Abitur ein Jahrespraktikum als Dramaturgie- und Regieassistentin am Staatstheater Main. Anschließend studierte sie Dramaturgie an der Hochschule für Musik und Theater "Felix Mendelssohn Bartholdy" in Leipzig und arbeitete nach dem Studium bis 2002 als Regieassistentin am Schauspiel Leipzig. 2002 erhielt Ulrike Syha den Kleist-Förderpreis für junge Dramatiker und wurde 2003 mit dem Stück NOMADEN zu den Mülheimer Dramatikertagen eingeladen und mit zahlreichen Stipendien ausgezeichnet. Seit Sommer 2003 lebt Ulrike Syha als freie Autorin in Hamburg.

Die Inszenierung von FREMDENZIMMER I-III besorgt der Schauspieler und Regisseur René Toussaint, der zum ersten Mal in Trier Regie führt.
Inszenierung: René Toussaint
Dramaturgie: Sylvia Martin
Ausstattung: Bettina Conrath
Mit: Antje Härle // Helge Gutbrod

DIE GOLDENEN LETZTEN JAHRE
Stück von Sibylle Berg
Schon als Bea, Rita, Uwe und Paul vor 30 Jahren gemeinsam zur Schule gingen, war die Welt alles andere als in Ordnung. Die vier mussten früh erfahren, was es bedeutet, in den Augen der „Alphatiere“ nicht zu zählen. Doch Vorsicht: Außenseiter sollte man nie unterschätzen...!

Die preisgekrönte Theater- und Prosaautorin Sibylle Berg hat mit DIE GOLDENEN LETZTEN JAHRE ein humorvolles Stück gegen die Ausgrenzung und zerstörerische Konkurrenz unserer Zeit geschrieben, das 2009 am Schauspiel Bonn uraufgeführt wurde. Es versteht sich als Plädoyer für die Autonomie jedes Einzelnen, aber auch für mehr menschliches Miteinander.
Inszenierung: Anne Simon
PREMIERE im Januar 2010 im Studio

KASPAR HÄUSER MEER
Die renommierte deutsche Dramatikerin Felicia Zeller hat sich in den Alltag deutscher Jugendämter begeben und nach intensiven Recherchen drei hoffnungslos überforderte Sozialarbeiterinnen zu Heldinnen ihres bewegenden Stücks KASPAR HÄUSER MEER gemacht. Zeller stellt sie als Verwalterinnen von sozialem Elend in den Mittelpunkt und zeigt sie selber als Opfer des gesellschaftlichen Systems. Die Uraufführung von KASPAR HÄUSER MEER fand 2008 am Theater Freiburg statt.
Inszenierung: Franziska Marie Gramss
PREMIERE im April 2010 im Studio

DER KICK
Stück von Andres Veiel und Gesine Schmidt
Eine mobile Produktion für Jugendliche ab 14 Jahren
In einer Sommernacht misshandelt das Brüderpaar Marco und Marcel sowie ihr Kumpel den 16-jährigen Marinus. Die Täter schlagen auf ihr schwächeres, zum Stottern neigendes Opfer aus der Hip-Hop-Szene über Stunden hinweg ein. Und es gibt erwachsene Zeugen, die nicht eingreifen...

Über die Montage der verdichteten Gesprächsprotokolle mit den Brüdern, ihren Eltern, den Freunden des Opfers, der Staatsanwaltschaft und der betroffenen Dorfgemeinschaft versucht DER KICK, die Biographien hinter der Tat sichtbar werden zu lassen und liefert somit einen wichtigen Diskussionsbeitrag des Theaters Trier zum Thema Gewaltprävention.
Inszenierung: Gerhard Weber
PREMIERE im Oktober 2009 im Großen Haus

In Planung
In Kooperation mit der Universität Trier und Fachhochschule Trier:
PROJEKTE ZU KARL MARX UND RAINER WERNER FASSBINDER
In einer Spielzeit, in der die „stand.ort.suche.deutschland“ im Mittelpunkt steht, darf eine Auseinandersetzung mit dem streitbaren Philosophen Karl Marx und dem radikalen Filmemacher Rainer Werner Fassbinder keinesfalls fehlen. Beide Persönlichkeiten bieten spannendes Terrain für zwei mehrteilige szenische Collagen, in denen sich das Theater Trier mit Schauspiel, Performance und Videokunst an ungewöhnlichen Spielorten den zeitkritischen Themen „Globalisierung“ und „Deutscher Herbst“ annähert.
Aufführungen Karl Marx-Projekt: 25.10.2009 // 10.4.2010
Aufführungen Rainer Werner Fassbinder-Projekt: 13.11.2009 // 23.1.2010


EINE KOPRODUKTION DES THEATERS TRIER UND DER THEATERGRUPPE BÜHNE 1 / UNIVERSITÄT TRIER
In der Spielzeit 2008/2009 fand eine bislang einmalige Kooperation des Theaters Trier mit der Universität statt. Die Theatergruppe BÜHNE 1, die sich aus engagierten jungen Studierenden unterschiedlichster Disziplinen zusammensetzt, entwickelte mit Unterstützung des Theaters Trier eine Neuinszenierung des Stücks REPUBLIK VINETA von Moritz Rinke. Wegen der positiven Resonanz ist nun eine Fortsetzung dieser Kooperation für Frühjahr 2010 geplant. Im Gespräch ist derzeit Roland Schimmelpfennigs Stück AUF DER GREIFSWALDER STRASSE, das als Grundlage für die nächste Inszenierung von BÜHNE 1 dienen soll.
PREMIERE im Frühjahr 2010 im Studio


Weitere Informationen über das Projekt:
www.buehne1.uni-trier.de
© 2009/2010 Theater Trier