Kulturvermittlung stellt Programm vor
Workshops, mobile Produktionen und vielfältige Pädagogik im Interim
Blättern Sie sich hier in das Spielzeitheft für das Junge Theater und die Kulturvermittlung. Oder nehmen Sie sich einfach ein Exemplar an der Kasse mit.
Am Mittwoch stellte im Beisein von Kulturdezernent Markus Nöhl Intendant Lajos Wenzel mit seinem Team das Programm des Jungen Theaters und der Kulturvermittlung für die Spielzeit 2026/27 am Theater Trier vor. In der ersten Interimssaison setzt die Pädagogik auf mobile Produktionen und ein wesentlich erweitertes Workshop-Angebot für Kinder, Jugendliche und pädagogische Fachkräfte. Mit der Uraufführung des Musiktheaters „Das fliegende Klassenzimmer“ zum zehnjährigen Bestehen des Kinder- und Jugendchores und neuen Formaten für die Familienkonzerte, gibt es auch in den beliebten Reihen weiterhin viel Neues zu entdecken.
Für Intendant Lajos Wenzel gehört die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen seit Beginn seiner Intendanz zu den zentralen Aufgaben des Theaters. Die kulturelle Bildung versteht er als gleichwertigen Bestandteil des künstlerischen Profils des Hauses. „Ein Theater erfüllt seinen Auftrag nicht nur am Abend im Zuschauerraum. Unser Wirken beginnt schon dort, wo Kinder und Jugendliche zum ersten Mal entdecken, dass Kunst ihre eigene Lebenswirklichkeit berühren und verändern kann. Diesen Zugang zu ermöglichen, ist eine der wichtigsten und schönsten Aufgaben unseres Hauses“, sagte Wenzel.
Am Mittwoch hat der Intendant nun mit Lisenka Sedlacek, Leiterin der Kulturvermittlung am Theater Trier und ihrem Team im Beisein von Kulturdezernent Markus Nöhl das Spielzeitheft Junges Theater und Kulturvermittlung und damit das Programm für die Saison 2026/27 vorgestellt. „Im Interim sehen wir vor allem die Chance den Kindern und Jugendlichen noch näher zu sein.“ sagte Sedlacek. „Wir werden verstärkt in Schulen gehen, decken mit unserem weiter ausgebauten Fortbildungs- und Workshopangebot sämtliche Sparten ab und können jede Altersgruppe in unserem Programm abbilden,“. Die während der Interimszeit notwendige Flexibilität übertrage das Team der Kulturvermittlung auf die Projekte. „Kreative Lösungen zu suchen ist nicht nur Herausforderung, das macht auch unheimlich Spaß,“ sagte Sedlacek.
Kulturdezernent Markus Nöhl betonte in seiner Begrüßung, wie wichtig es sei, dass das Theater und besonders die Kulturvermittlung raus zu den Menschen gehe, gerade in dieser besonderen Spielzeit. „Das Theater Trier ist in den letzten Jahren immer näher an den Bürgerinnen und Bürgern herangegangen und zeigt dabei, dass die jungen Menschen besonders im Fokus stehen. Ich freue mich über das noch ausgeweitete Programm der Pädagogik, durch das neue spannende Orte erkundet werden und die Präsenz in Schulen und Kitas verstärkt wird. Die kulturelle Bildung ist da, wo die Menschen sind. Das ist wichtig für Trier und die Region.“
Intendant Lajos Wenzel schaut ebenfalls voller Vorfreude in die kommende Spielzeit der Kulturvermittlung. „Das Team leistet eine großartige Arbeit und wir können in dieser Saison wieder ein unheimlich vielseitiges Angebot präsentieren, das den Kindern, Jugendlichen, Familien und Schulen unmittelbar zugutekommt. Zusammen wollen wir ins Offene gehen und andere mit unserer Offenheit anstecken. Dafür schafft unsere Kulturvermittlung Räume. Räume, in denen unser junges Publikum gemeinsam lachen, staunen, zweifeln und entdecken kann“ so der Intendant. „Kulturvermittlung ist für uns kein Begleitprogramm, sondern ein wesentlicher Bestandteil unseres künstlerischen Selbstverständnisses. Wenn junge Menschen erleben, dass ihre Fragen, ihre Fantasie und ihre Perspektiven in unseren Angeboten Raum finden, entsteht kulturelle Teilhabe ganz selbstverständlich.“
Lisenka Sedlacek und das Vermittlungsteam – weiterhin Tanzpädagoge Damien Nazabal, Musikpädagogin Lucia Pedretti und Theaterpädagogin Katharina Hille – setzen zwei große Schwerpunkte in der Spielzeit 2026/27. Einerseits werden die Ferienworkshops in den Herbst- und Osterferien weiter ausgebaut, um jeder Altersklasse ein spannendes Angebot zu machen und die hohe Nachfrage abzudecken. Andererseits gibt es Fortbildungen für Pädagoginnen und Pädagogen in jeder Sparte, die in Zusammenarbeit mit dem Pädagogischen Landesinstitut Rheinland-Pfalz stattfinden. Mit diesen Ergänzungen zu den bewährten Angeboten, die auch in dieser Spielzeit fortgesetzt werden, stellt sich die Theaterpädagogik noch breiter auf und erreicht so noch mehr Menschen: vom Kidsclub über den Jugendclub und die Chöre bis zum Bürgertheater zum Mitmachen, von Workshops für Kinder, Jugendliche und junge Frauen zu pädagogischen Fortbildungen zum Lernen und mit dem Weihnachtsmärchen, den Familien- und dem Weihnachtskonzert sowie mobilen Produktionen zum Staunen. Das ganze Programm mit sämtlichen Terminen und Kontakten findet sich im Spielzeitheft Junges Theater und Kulturvermittlung, das Schulen ebenso wie Familien und allen Interessierten einen Überblick gibt. Neben der gedruckten Ausgabe ist es auch zum download auf der Homepage des Theaters zu finden.
Als Familienmärchen bringt das Theater ab Ende Oktober „Die Schöne und das Biest“ auf die Bühne im Großen Haus. Ensemblemitglied Stephan Vanecek, der über viele Spielzeiten hinweg fester Bestandteil des Märchens zur Weihnachtszeit war, inszeniert die berührende Geschichte über innere Schönheit und den Wert von Freundschaft und Akzeptanz. Eigens für den Jugendclub erarbeiten Lisenka Sedlacek und Dramaturgin Karen Schultze das Bestseller-Jugendbuch „Erebos“ von Ursula Poznanski. Der beliebte Thriller behandelt Themen wie Spielsucht, Manipulation durch Medien und das Verschwimmen der Grenzen zwischen virtueller und realer Welt und nimmt damit aktuelle Diskussion auf. Wiederaufgenommen wird nach den ausverkauften Vorstellungen in der vergangenen Saison „Kai zieht in den Krieg und kommt mit Opa zurück“.
Das Klassenzimmerstück „Der unvergessene Mantel“ von Frank Cottrell Boyce erzählt die Geschichte über eine besondere Freundschaft und die Annäherung von Kulturen und das Schicksal Geflüchteter. Damit geht das Theater direkt in die Klassen und ermöglicht einen altersgerechten Austausch über gegenwärtige Themen. So wird auch weiterhin „Das Tagebuch der Anne Frank“ als mobile Produktionen für Schulklassen angeboten. Begleitet werden beide Produktionen von Theaterpädagogin Katharina Hille, die dazu auch Nachgespräche anbietet.
Die Familienkonzerte von Wouter Padberg sind immer wieder ein Highlight im Programm des Theaters, für das sich auch Erwachsene begeistern. Mit „Die kleine Zauberflöte“ bringt er eine komprimierte Version des Mozart-Klassikers für Kinder auf die Bühne. Auf etwa eine Stunde gekürzt, aber mit bunten Kostümen und Mitgliedern des Opernensembles ist das 1. Familienkonzert eine kleine Oper als kindgerechte Einführung in die Welt des Musiktheaters und für alle anderen ein großer Spaß. Im 2. Konzert der Reihe experimentiert das Orchester mit Raum, Klang und Tanz in der Kulturkirche Heiligkreuz, bevor zum Abschluss der Saison die Kinder selbst gefragt sind. „Unsre Bühne, eure Bühne!“ bietet allen zwischen 6 und 19 Jahren die Chance, einmal ihr Talent mit dem Philharmonischen Orchester der Stadt Trier zu zeigen. Daneben bieten das Kinderkarnevalskonzert an Karnevalssonntag und das Halloweenkonzert besondere Unterhaltung mit dem Orchester.
Ein einziges Highlight ist die Spielzeit für den Kinder- und Jugendchor unter der Leitung von Martin Folz. Denn diese Saison ist die Jubiläumsspielzeit des vor zehn Jahren gegründeten Chors. Neben der Beteiligung an der Oper „Hänsel und Gretel“ und natürlich dem Weihnachtskonzert, das dieses Jahr unter dem Motto „Lichter. Stimmen. Weihnachten.“ zum Mitsingen einlädt, wird der runde Geburtstag mit der Uraufführung des Musiktheaters „Das fliegende Klassenzimmer“ nach Erich Kästner gefeiert. Eigens für den Chor komponiert kann die ganze Familie den berühmten Klassiker in neuem Gewand erleben – und der Kinder- und Jugendchor zeigen, warum er aus dem Theater und der Region nicht mehr wegzudenken ist.
Neu ist der von Katharina Hille angebotene Guck-Club für Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren. Zu ausgewählten Terminen trifft sie sich in lockerer Atmosphäre mit Interessierten und spricht über gemeinsam angesehene Theaterstücke. Selbst loslegen können alle Musicalbegeisterten beim Workshop „Sing, Tanz, Spiel!“ in den Osterferien, den die gesamte Kulturvermittlung leitet und alle Facetten der Bühne zusammenbringt. Eigens für junge Frauen hat Lisenka Sedlacek den Workshop „Schlagfertig!“ konzipiert. Im Austausch mit jungen Frauen zwischen 12 und 25 Jahren werden mit theatralen Methoden Möglichkeiten trainiert, im Alltag mit herausfordernden Situationen umzugehen.
Dank der weitergeführten Förderung durch die Nikolaus Koch-Stiftung bietet Tanzpädagoge Damien Nazabal auch in dieser Spielzeit den Tanzworkshop „Move mit!“ für Kitas und das regelmäßige Tanz.Lab an. Natürlich können Schulklassen wieder Projektklassen bei den Tanzproduktionen Roberto Scafatis in dieser Spielzeit werden und sich intensiv damit beschäftigen. Fokus des Projekts in dieser Spielzeit ist die Fort- und Weiterbildung von Pädagoginnen und Pädagogen, sie anzuleiten selbst Tanz und Bewegung im Klassenraum zu vermitteln. Musikpädagogin Lucia Pedretti geht „Auf Weltreise mit den Blechbläsern“, wie das neue Sitzkissenkonzert heißt. Weiter gespielt wird aber auch „Ein Zirkus voller Musik“. Mit dem „Mitmach-Musiktheater“ geht Pedretti in Grundschulklassen, um gemeinsam mit den Kindern Klänge, Rhythmen und Lieder zu entdecken. Höhere Schulklassen sind herzlich zum Besuch beim Orchester eingeladen, Proben zu Sinfoniekonzerten zu besuchen und dort den Profis über die Schulter zu schauen.
Wie in den vergangenen Spielzeiten können Schulklassen sich als Projektklassen spartenübergreifend für bestimmte Produktionen bewerben und so deren Entwicklung von den Proben bis zur Premiere selbst mit verfolgen und tief in die Welt des Theaters eintauchen. Wie bringt man Franz Kafkas „Die Verwandlung“ auf die Bühne, wie bearbeitet man die Lieder der „Carmina Burana“ als Ballett oder was macht die Musik von Richard Strauss „Elektra“ so bahnbrechend? Bewerbungen sind ab dem 31. August unter mitmachen@theater-trier.de möglich.
Für Intendant Lajos Wenzel zeigt sich gerade in der Breite des pädagogischen Angebots die besondere Stärke der Kulturvermittlung. „Ob Musiktheater, Schauspiel, Tanz oder Konzert – jede Sparte eröffnet Kindern und Jugendlichen einen eigenen Zugang zur Welt. Unser Ziel ist es, möglichst viele junge Menschen zu erreichen, unabhängig von Herkunft, Vorerfahrung oder Alter. Deshalb investieren wir bewusst in nachhaltige Vermittlungsarbeit und langfristige Partnerschaften mit Schulen und Kitas. Wir freuen uns auf vielfältige Begegnungen.“ so der Intendant abschließend.