Theater stellt Spielzeit 2026/27 vor

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Unter dem Motto „Zusammen ins Offene“ hat Intendant Lajos Wenzel am Mittwoch, 13. Mai im Beisein von Oberbürgermeister Wolfram Leibe und Kulturdezernent Markus Nöhl zusammen mit den Spartenleitern den Spielplan der ersten Interimsspielzeit des Theaters Trier vorgestellt. In der Spielzeit 2026/27 setzt das Theater weiterhin auf ein vielseitiges Programm für ein breites Publikum, erschließt sich mit neuen Spielstätten aber auch neue Räume in der Stadt, die spannende Perspektiven und Möglichkeiten eröffnen. Oberbürgermeister Wolfram Leibe freut sich über den Start der Generalsanierung und sieht im Interim vor allem eine Chance, das Theater neu zu erleben.

Mit Freude an Offenheit und Neugierde macht sich das Theater Trier auf den Weg ins Interim. Das mache das Theater Trier auch in Zukunft aus, sagte Intendant Lajos Wenzel zur Vorstellung der Spielzeit 2026/27, der ersten Interimssaison. „Auch wenn wir nach und nach unsere gewohnten Räume verlassen, freuen wir uns auf neue Formen und Möglichkeiten“, so Wenzel, der die Spielzeit unter das Motto „Zusammen ins Offene“ stellte. Schließlich könnten durch die neuen Spielstätten frische Formen des Spielens, neue Perspektiven des Schauens und viel Raum für überraschende Begegnungen und spannendes Erleben eröffnet werden. „Die kommende Spielzeit wird ein gemeinsamer Aufbruch, zu dem wir auch das Publikum herzlich einladen. Mit fassettenreichen Produktionen und kritischen Blicken zeigen wir Theaterkunst für Kinder, Jugendliche und Erwachsene jeden Alters aus Trier und der Region, stellen Fragen und sorgen mit Sonderformaten für Staunen, offene Ohren und unterhaltsame Herausforderungen.“ Neu werde vor allem der en suite-Spielbetrieb sein, der im Interim logistisch notwendig ist. Das heißt, die einzelnen Produktionen werden nur in vier bis sechs Wochen am Stück gezeigt werden, bevor dann das nächste Stück Premiere feiert, erklärte Wenzel.

Oberbürgermeister Wolfram Leibe freut sich auf die neue Saison. Einerseits, weil nach jahrzehntelangen Vorbereitungen nun endlich die notwendige Generalsanierung begonnen werde, andererseits, weil die neuen Spielstätten an vielen Orten der Stadt Chancen sind, das Theater in den auf eine neue Art zu erleben. „Intendant Lajos Wenzel hat mit seinem Team einen Spielplan erarbeitet, der logistischen Herausforderungen klug begegnet und durch zahlreiche Synergien und effizienten Ressourceneinsatz große künstlerische Vielfalt verspricht“, so der Oberbürgermeister, „darum freue ich mich auf eine spannende Zeit, in der es sicher viel zu entdecken und erleben gibt.“

Kulturdezernent Markus Nöhl hob mit Verweis auf rund 138.000 Besuchen in der Spielzeit 2024/25 noch einmal die Bedeutung des Theaters für Stadt und Region hervor. „Das Theater ist eines der künstlerischen Zentren dieser Stadt. Mit seinem vielfältigen pädagogischen Angebot, mit über 20.000 Kindern im Familienstück zur Weihnachtszeit und dem Team der Kulturvermittlung, dass in Schulen geht und Workshops anbietet, ist es zudem eine unverzichtbare Bildungseinrichtung.“ Das Theater liefere große Kunst und mache sie zugleich niedrigschwellig zugänglich, so Nöhl. „Dort werden unterhaltsam und nachhaltig Werte vermittelt, die wir uns für die Gesellschaft wünschen.“

Programm

Den Auftakt in die neue Spielzeit macht das Theater Trier mit dem mittlerweile fest etablierten Open-Air auf dem Augustinerhof. Vom 20. bis zum 30. August findet das spartenübergreifende Spektakel „Anatevka“ mit Schauspiel-, Musiktheater- und Ballettensemble in Begleitung des Philharmonischen Orchesters statt. Diese Spielzeiteröffnung deutet bereits einen Schwerpunkt der Programmgestaltung an. Im Laufe der Saison wird es mehrere Produktionen zu erleben geben, in denen unterschiedliche Sparten auf der Bühne zusammenkommen. Noch im Großen Haus wird Ballettdirektor Roberto Scafati Carl Orffs mitreißendes Orchester- und Chorwerk „Carmina Burana“ zu einem spartenübergreifenden Kunstwerk formen. Das Stück wird am 31. Dezember das letzte sein, das vor dem Beginn der Generalsanierung im Großen Haus zu sehen sein wird.

Mit Claudio Monteverdis „L’Orfeo“ startet das Theater dann mit der ersten Oper überhaupt endgültig ins Interim. In der Kulturkirche Heiligkreuz wird Choreograf Fernando Melo, der zuletzt das Tanzstück „Bab(b)el“ mitinszeniert hat, mit dem Ballett- und Musiktheaterensemble sowie dem Orchester diese ergreifende Geschichte von Abschied, Vertrauen und Mitleid erzählen. Der zentrale Satz ‚schau nicht zurück’ steht dabei sinnbildlich für den nach vorne gerichteten Blick des Theaters, dass sich voller Freude in die Offenheit des Interims begibt. Für Richard Strauss dichtes Meisterwerk „Elektra“ fokussiert sich das Theater in der konzertanten Aufführung in der Europahalle ganz auf die eruptive Kraft der Komposition und bringt die Solistinnen und Solisten des Musiktheaterensembles mit dem Opernchor und dem Philharmonischen Orchester auf die Bühne und verbindet damit die Klarheit eines Sinfoniekonzertes mit dem erzählenden Moment der Oper. „Die verkaufte Braut“ von Bedrich Smetana als letzter Premiere der Spielzeit bringt als mitreißendes Volkslustspiel noch einmal beste Opernunterhaltung mit glänzender Ensemblemusik und Tanz- sowie Zirkusnummern zusammen in die Europahalle.

Die erste Opern-Premiere findet hingegen noch im Großen Haus statt und ist ein echtes Highlight: Engelbert Humperdincks „Hänsel und Gretel“ in einer Inszenierung von Benedikt Arnold, der in der noch aktuellen Saison mit „La Traviata“ in Trier reüssiert hat. Vor zehn Jahren war die Oper zum letzten Mal in Trier zu sehen und damals die erste Produktion, an der der neu gegründete Kinder- und Jugendchor beteiligt war. Damit ist „Hänsel und Gretel“ auch der Auftakt in die Jubiläumsspielzeit der jungen Chöre. Ein großes Geschenk kommt dann im neuen Jahr auf sie zu, wenn unter der musikalischen Leitung von Martin Folz in einer Inszenierung von Intendant Lajos Wenzel „Das fliegende Klassenzimmer“ als Musiktheater nach Erich Kästner uraufgeführt wird. Die Komposition ist ein Auftragswerk zum 10. Jubiläum des Kinder- und Jugendchores.

Neben den Kooperationen der Ballettcompany mit Orchester und Musiktheater wird „Momentum“ den richtigen Augenblick und notwendigen Impuls dabei beschwören. In Kooperation mit den Théâtres de la ville de Luxembourg und dem Escher Theater arbeitet Roberto Scafati mit Jean-Guillaume Weis und Elisabeth Schilling zusammen. Drei Choreografinnen und Choreografen, drei unterschiedliche Sichtweisen auf ein Thema. Daraus entsteht im Wechselwerk, dem Neubau an der Tufa, ein faszinierender Abend mit drei neuen Tanzstücken.

Das Wechselwerk wird in der Zeit des Interims, neben zahlreichen kleinen Formaten verschiedener Sparten, vor allem Heimat des Schauspiels. Schauspieldirektorin Elisa von Issendorff will in der Spielzeit 2026/27 neue Welten erschaffen: sei es mit dem Klassiker des absurden Theaters „Wir sind noch einmal davongekommen“ von Thornton Wilder, in dem sich eine Familie trotzig jedem Weltuntergang widersetzt, sei es mit einem gewöhnlichen Menschen, der sich in einer Science-Fiction-Gameshow gegen andere Spezies durchsetzen muss, wie in „Planet B“, einer Inszenierung von Manfred Langner, oder in den Klassikern „Die Verwandlung“ von Franz Kafka und „Frankenstein“ von Mary Shelley oder dem aktuellen Stück „Jeeps“, in dem die Realität des Beamtenalltags auf die absurde Ideen einer modernen Erbschaftsreform treffen. Einen für viele Trierer bekannten Raum wird in „Wald“ ganz neu entdeckt: der Stadtraum. Der Audiowalk führt durch die Stadt selbst, erzählt von der vitalen Kraft der Natur und lässt so als Hör-Spaziergang Trier aus völlig neuer Perspektive sehen. Außerdem wird das erfolgreiche Format „Blackbox“ weitergeführt und mit Liederabenden, „You better work, bitch!“, einer Kooperation mit Bühne1, dem Theaterteaser und dem interaktiven, auf ein offenes Gespräch mit dem Publikum ausgerichtetes ‚Unterhaltungsformat’ „Eine schrecklich nette Bühne“ erweitert.

Generalmusikdirektor Jochem Hochstenbach stellte das Konzertprogramm der Spielzeit 2026/27 vor, das wieder eine große Bandbreite an Epochen und Stilrichtungen umfasst. In den Sinfoniekonzerten werden herausragende Sinfonien von Mahler und Beethoven ebenso gespielt, wie Klavierkonzerte von Schumann und Mozart. Hochstenbach freute sich, mit der jungen Trierer Pianistin Elena Neumann, dem renommierten Markus Groh und dem saarländischen Orgelvirtuosen Christian Schmitt brillante Solistinnen und Solisten gewonnen zu haben. Mit Cristina Goicea kommt ein bekanntes Gesicht für Tschaikowskys Violinkonzert zurück nach Trier. Weitergeführt werden die fest etablierten Formate der „Klassik um 11“ und Kammerkonzerte. Das Profil der Mixed Zone-Konzerte wird in der kommenden Saison weiter geschärft: das Stummfilmkonzert, zu dem Friedrich Wilhelm Murnaus „Der letzte Mann“ zu live-Orchester-Soundtrack gezeigt wird, das Live-Hörspiel „Per Anhalter durch die Galaxis“ lässt den Kultklassiker auf einzigartige Weise erleben und mit „Im Auge des Orchester“ kann das Konzert einmal aus der Perspektive der Musizierenden erlebt werden. Neben den erfolgreichen Familienkonzerten von Kapellmeister Wouter Padberg wird es zum ersten Mal auch ein Kinderkarnevalskonzert geben. So kommt auch das Halloweenkonzert für Kinder, Jugendliche und alle Verkleidungsbegeisterten wieder zurück.

Dem besonderen Augenmerk des Intendanten Lajos Wenzel auf Öffnung des Theaters für neue Publikumsgruppen und Einbeziehung der Kunst- und Bevölkerungsgruppen der Stadt und der Region folgend wird es im Frühjahr 2027 eine weitere Auflage des nun schon etablierten Fringe Straßentheaterfestivals geben. Künstlerinnen und Künstler aller Sparten zeigen im Austausch mit internationalen Ensembles die überraschende Vielfalt der theatralen Möglichkeiten und gehen auf den Straßen der Stadt in den direkten Dialog mit dem Publikum. Ein großes Fest der Künste, lebendig, überraschend und voll nachdenklichem, tiefgründigen Spektakel.