Wechselwerk feierlich eröffnet
Beim Festakt zur Eröffnung des Wechselwerks gaben die Gruppen der in der Tufa beheimateten freien Szene gemeinsam mit dem Theater kleine Einblicke davon, welche Vielfalt den Saal in Zukunft mit Leben füllen wird. Die knapp 400 Gäste, zu denen neben Ministerpräsident Gordon Schnieder auch die ehemalige Ministerpräsidentin Malu Dreyer, der für Kommunen, Wohnen, Bauen und Kultur zuständige Landesminister Sven Teuber sowie Mitglieder des Stadtrats, Oberbürgermeister Wolfram Leibe und interessierte Bürgerinnen und Bürger gehörten, bekamen einen Eindruck von der Vielfältigkeit der Kulturlandschaft in Trier: Schauspiel, Tanz und Musical standen ebenso auf dem Programm wie das gemeinsame Singen des Rockklassikers „Sweet Child of mine“ von Guns´n Roses mit Julia Reidenbach samt Chor. Für Stimmung sorgte auch die inklusive Band „Alpina weiss Bescheid“. Weiteres Highlight war die Uraufführung der Komposition „Entrée en métamorphose“ des in Trier geborenen renommierten Komponisten Christian Jost, der das von den Streicherinnen und Streichern des Philharmonischen Orchesters der Stadt Trier aufgeführte Stück eigens für den Festakt komponierte. Durch das bunte Programm führten mit viel Witz und Charme Hannah Swoboda, Vorsitzende des Tufa-Vereins, und Giovanni Rupp vom Theater Trier.
Das Wechselwerk, das in der geplanten Bauzeit von rund zweieinhalb Jahren errichtet wurde, dient dem Theater, während dieses saniert wird, als Ausweichstandort. Danach steht es den fast 40 Vereinen und Gruppen der Tufa, die dringend mehr Platz benötigen, zur Verfügung. Der in enger Kooperation von Stadt und Stadtwerken und von den Architekten Markus Musch und Petra Schmitt geplante Bau bietet 388 Sitz- oder 600 Stehplätze. Während das marode Theater am Augustinerhof saniert wird, werden im Wechselwerk in den nächsten Jahren vor allem Schauspiel- und Tanzproduktionen, aber auch Kammeropern und Kammerkonzerte angeboten. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 17 Millionen Euro, von denen 13,3 Millionen Euro auf den Bau des Wechselwerks, 2,8 Millionen auf vorgezogene Maßnahmen der Bestandssanierung der Tufa und gut 900.000 Euro auf Planungen für die spätere Sanierung des alten Gebäudes der Tufa entfallen. Das Land förderte den Neubau des Wechselwerks mit rund 7,45 Millionen Euro. An dem Bau waren rund 50 Gewerke beteiligt, 80 Prozent davon wurden regional in einem Umkreis von 100 Kilometer vergeben. Beeindruckend sind die Zahlen zu verbauten Materialien: So wurden 75 Kilometer Kabel, acht Kilometer Rohre und fast 1300 Kubikmeter Beton verbaut. Das Gebäude ist mit einer Wärmepumpe, einer Photovoltaik-Anlage, Dach- und Fassadenbegrünung nachhaltig ausgestattet.
Ministerpräsident Gordon Schnieder sagte: „Mit dem Wechselwerk ist ein Ort entstanden, der während der Sanierung des Trierer Theaters als Spielstätte dient und anschließend als dauerhafter Veranstaltungsort für die Tufa und die freie Kulturszene bestehen bleibt. Das Land Rheinland-Pfalz trägt mit rund 7,45 Millionen Euro zu dieser bleibenden Investition in die kulturelle Infrastruktur Triers bei. Kultur schafft Begegnung, eröffnet neue Perspektiven und stärkt den Zusammenhalt. Im Wechselwerk können die Menschen in Trier und der Region Kultur nicht nur erleben, sondern selbst mitgestalten. Herzlichen Glückwunsch zu diesem neuen Kulturort und Vorhang auf für viele gute Jahre."
Oberbürgermeister Wolfram Leibe dankte dem Land für die finanzielle Unterstützung des Projekts – dies sei „nicht selbstverständlich“. Leibe richtete seinen Dank auch an die Stadtwerke, die das Projekt gemeinsam mit der Stadt steuerten. Weiter betonte er: „In Rheinland-Pfalz finden Kunst und Kultur nicht nur in der Landeshauptstadt statt, sondern dezentral in den Oberzentren des Landes. Das ist wichtig, denn für das Leben und die Identifikation mit einer Stadt braucht es Kunst und Kultur – deshalb ist es die richtige Investition in die Zukunft unserer Stadt.“
Kulturdezernent Markus Nöhl betonte den „Mehrwert“, den der Bau sowohl für das Theater als auch für die freie Szene biete. „Es ist wunderbar, dass wir es geschafft haben, die Interimssituation des Theaters als Win-Win-Projekt für die gesamtstädtische Kultur auszubauen.“
Theaterintendant Lajos Wenzel dankte vor allem den Mitarbeitenden der Tufa, die in den letzten beiden Jahren viel Baustellenlärm ertragen mussten sowie den Mitarbeitenden des Theaters, die hier in den letzten Wochen parallel zur baulichen Fertigstellung eine erste Premiere gezaubert haben. „Wie wunderbar ist es, gemeinsam mit so vielen so unterschiedlichen Künstlerinnen und Künstlern diesen Ort einzuweihen. Ich freue mich sehr darauf, dass Theater und Tufa hier in den nächsten Jahren Seite an Seite einen lebendigen freien Kulturort gestalten“, so Wenzel.
Für Tufa-Leiterin Jana Schröder geht mit der Eröffnung des Wechselwerks ein Traum in Erfüllung: „Für die Tufa ist damit ein Meilenstein und ein lang gehegter Traum erreicht. Wie auch das Theater Trier ist unser Haus stark sanierungsbedürftig und das Wechselwerk, welches nach der Interimsnutzung durch das Theater uns und unseren Mitgliedsvereinen zur Verfügung steht, ist eine bedeutende Perspektive in die Zukunft. Der Saal ermöglicht uns Produktionen und Gastspiele, die aufgrund der räumlichen Gegebenheiten im Altbestand der Tufa nicht möglich sind, und entlastet die angespannte Raumsituation durch die höhere Zuschauerkapazität.“
Der Spielbetrieb im Theater-Hauptgebäude wird am 31. Dezember für die dann anstehende Sanierung eingestellt. Aktuell läuft bereits die Schauspielproduktion „Wir sind noch einmal davongekommen“ im Wechselwerk. In den nächsten Jahren werden viele weitere Aufführungen in diesem für Trier neuen Kulturhaus folgen.