Schauspiel von Philipp Löhle
Die Verwandlung
Schauspiel von Philipp Löhle
nach Franz Kafka
Familie Samsa muss eines Morgens der verstörenden Tatsache ins Auge blicken, dass sich ihr Sohn und Bruder Gregor über Nacht in einen Käfer verwandelt hat. Bis dahin war er immer besonders zuver lässig und hatte mit seinem Einkommen für das Auskommen von Eltern und Schwester gesorgt. Für die Familie bricht damit nicht nur ihre wunderbar bequem eingerichtete Welt zusammen, sie ist auch gezwungen, sich zu dem Unfassbaren zu verhalten, vertraute Rollenmuster aufzugeben und aktiv zu werden. Von Empathie und Mitleid zu Angst, Ekel und Hass, der Sorge um die verheerende Außenwirkung bis zur Flucht in Verzweiflung oder Aktionismus entlarvt die Konfrontation mit diesem Untier, das doch einmal ein Familienmitglied war, Charakterzüge und Verhaltensweisen wie auch Konflikte und Kommunikationsprobleme innerhalb der Familienkonstellation. Letztlich sehen sich alle nicht verwandelten gezwungen, an sich zu arbeiten, gemeinsam Lösungen zu entwickeln und ihr bisheriges Leben endlich selbst in die Hand zu nehmen.
Zwischen Stummfilm-Komik und Groteske bewegt sich diese aktualisierte Fassung des skurrilen Literatur-Klassikers, die das Augenmerk auf die Verwandlung der Familie richtet. Dabei geht es auch um den Konflikt zwischen Erwartungen der Gesellschaft, dem Drang nach perfekter Erfüllung oder eben der Erkenntnis, den Ansprüchen nie genügen zu können.
Wir müssen ihn einfangen.