Internationale Tanzgala
Die erste Internationale Tanzgala am Theater Trier vereint zum UNESCO-Welttag der kulturellen Vielfalt zahlreiche renommierte Ballettcompanys in all ihrer tänzerischen Vielfalt auf einer Bühne. Mit ausgewählten Solistinnen und Solisten international herausragender Tanzcompagnien hat Ballettdirektor Roberto Scafati einen einzigartigen, hochkarätig besetzten europäischen Tanzabend kuratiert.
In Ausschnitten zwischen fünf und fünfzehn Minuten zeigen die Tänzerinnen und Tänzer Duette und kleine Ensembles, die dem Publikum einen tiefgehenden Querschnitt auf höchstem Niveau über den zeitgenössischen Tanz geben. Die Gala versammelt starke Persönlichkeiten und deren je eigene außergewöhnlichen Handschriften – mehr Europa, mehr Tanz, mehr Offenheit für die vielfältigsten Tanzsprachen war noch nie am Theater Trier zu sehen. Moderiert wird der Abend von Janboris Rätz.
Gefördert wird der Abend von der Sparkasse Tier, Lotto Rheinland-Pfalz, der EGP Wohnungsbaugesellschaft sowie den Theaterfreunden des Theaters Trier und Peter Liebchen, der die Company bereits seit vielen Jahren unterstützend begleitet.
Choreografien und Companys im Überblick
Schon der Titel gibt das Thema der Choreografie von Roberto Scafati und Fernando Melo an: Kommunikation. Bab(b)el erzählt die Geschichte des Turmbaus zu Babel rückwärts und zeigt neben Szenen des Unverständnisses auch Momente, in denen Menschen sich trotz Sprachbarrieren wieder verständigen, einander besser verstehen und zusammenarbeiten können. Die Choreografie wurde auf dem 31. Cairo International Festival vor Experimental Theatre ausgezeichnet. Gezeigt wird der zweite, von Scafati choreografierte Teil, in dem die Hoffnung auf eine mögliche Kommunikation vermittelt wird.
Ballettdirektor Roberto Scafati und die Company des Theaters Trier sind häufig zu Gast auf nationalen wie internationalen Bühnen. Mit Aktualisierungen von Klassikern, der Beschäftigung mit universell menschlichen Themen und einem Blick für glänzende Unterhaltung, erreicht Scafati ein begeistertes, breites Publikum in Trier und weit darüber hinaus.
The Blind Narcissist ist eine interdisziplinäre Tanz- und Kunstperformance des in Trier ansässigen syrisch-deutschen Choreografen Saeed Hani. Darin verbindet er zeitgenössischen Tanz, bildende Kunst, Raum- und Aktkunst miteinander, um einen kritischen Blick auf den Menschen und seinen Egozentrismus in einer von sozialen Medien geprägten Welt zu werfen.
Die Saaed Dance Company aus Trier und Luxemburg hat Choreografien in über zwölf Ländern und 35 Städten gezeigt. Darunter waren unter anderem renommierte Festivals und Bühnen wie das Battery Dance Festival in New York sowie das Hong Kong International Choreography Festival. Saaed Hani ist außerdem künstlerischer Leiter des von ihm ins Leben gerufenen Movement Art Internationale Festival in Trier und Luxemburg.
Le Corsaire ist feierte 1856 an der Pariser Oper Uraufführung ist seither eines der wichtigsten Stücke der Tanzgeschichte. Das darin enthaltene berühmte Pas de deux des Sklaven mit Medora wird es immer wieder auf Festivals getanzt. In Trier tanzen Liudmila Konovaleva, Solotänzerin an der Staatsoper Wien und Dmitry Zagrebin vom Royal Ballett of Sweden den Ausschnitt.
Das Royal Ballet of Sweden ist eine der ältesten Ballettcompanys weltweit und steht bis heute für klassisches Ballett und innovativen zeitgenössischen Tanz. Auch das Wiener Staatsballett zählt zu den traditionsreichsten und renommiertesten Tanzinstitutionen weltweit und ist als eigenständige Arbeitsgemeinschaft in der Wiener Staatsoper und der Volksoper Wien zu Hause.
Ein Paar in der Spannung zwischen Isolation (disconnected) und Verbundenheit (connected): Ivan Alboresi, Ballettdirektor am Theater Nordhausen erforscht in dem Pas de deux die wechselhafte Dynamik eines Paares, das versucht eine tiefe Verbindung einzugehen, aber mit inneren und äußeren Barrieren zu kämpfen hat.
Das Ballett des Theaters Nordhausen ist eine überregional breit beachtete Company und genießt einen hervorragenden Ruf gerade für seine Akrobatik. Die Zusammenarbeit mit internationalen Größen wie Douglas Lee, Itzik Galili oder Marguerite Donlon hat sich das TN LOS-Ballett auch über die deutschen Grenzen hinweg fest etabliert.
Entstanden in der choreografischen Werkstatt des Nationaltheaters Mannheim, setzt sich Ariana Di Francescos Don’t mind me mit Erinnerungen auseinander. Die Choreografie versucht, Identität jenseits von starren Kategorien zu denken und sie von äußeren Erwartungen zu befreien. Im Zentrum steht für die Choreografin das Erkunden des eigenen Selbst.
Das Ballett des Nationaltheaters Mannheim prägt einen zeitgenössischen und physischen Tanzstil, der oft mit theatralen Elementen und Humor angereichert ist. Fester Bestandteil der NTM-Company ist die Förderung des eigenen Nachwuchses. Regelmäßig bekommen Tänzerinnen und Tänzer die Freiheit, ohne Vorgaben der künstlerischen Leitung eigene Themen und Bewegungssprachen zu erforschen.
Zwei Wesen, gefangen im Dämmerlicht, versuchen diesem zu entkommen. Inspiriert von Samuel Becketts Warten auf Godot hat Philippe Kratz eine berückende Choreografie inszeniert. Die Wesen warten sehnlich auf den Sonnenuntergang oder die komplette Dunkelheit. Die Orgelmusik der Schwedin Anna von Hausswolff grundieren und vertiefen die Atmosphäre dieser tänzerischen Kontemplation.
Vielfach ausgezeichnet und international hoch angesehen, gilt die Company aus Reggio Emilia als Italiens Aushängeschild für zeitgenössischen Tanz. Diesen Status untermauert das Aterballetto regelmäßig durch Kooperationen mit international renommierten Choreografen und Gastauftritten weltweit.
Esmeralda ist die berühmte Roma-Tänzerin aus Victor Hugos Roman Der Glöckner von Notre-Dame und Hauptfigur eines der berühmtesten Ballette. 1844 von Jules Perrot choreografiert, wurde La Esmeralda immer wieder bearbeitet und erweitert. Mit virtuosen Tänzen, dramatischen Szenen und viel Pariser Lokalkolorit wird darin eine Liebesgeschichte zwischen Ober- und Unterschicht erzählt.
Die Company Ballet de l’Opéra national du Capitol hat sich über Jahrzehnte hinweg eine bedeutende Stellung in der internationalen Tanzwelt erarbeitet und ist mittlerweile eines der renommiertesten Ensembles Frankreichs mit international exzellentem Ruf.
Hilfeleistungen haben oft eine ganz eigene Dynamik, gerade auch wenn die Hilfe nicht gewünscht ist. Dieses Verhältnis erforscht Zoë Ashe-Browne in ihrer Choreografie I’m trying to help intensiv. Beim 38. Internationalen Wettbewerb für Choreografie in Hannover erreichte sie damit das Finale und gewann den Produktionspreis von Tanz Chemnitz.
Das Opera Ballett Vlaanderen ermöglicht ihren Tänzerinnen und Tänzern mit dem Choreolab eigene Vorstellungen von Tanz zu verwirklichen. Die Irin Zoë Ashe-Browne tanzte in zahlreichen Choreografien der Company und hat sich nun auch in dieser „Talentschmiede“ einen Namen als Choreografin gemacht.
Mit In Memoriam hat Sidi Larbi Cherkaoui eine Hommage an seine marokkanischen Vorfahren geschaffen, in denen Verlust und Erinnerung eine zentrale Rolle spielen. Mit der polyphonen spirituellen Musik des korsischen Ensembles „A Filetta“ ist eine sehr persönliche Choreografie entstanden, die auch auf der Tournee „Larbi“ in den Niederlanden unterwegs ist.
Die in Arnheim beheimatete Company Introdans gehört zu den international erfolgreichsten Tanzgruppen weltweit. Auftritte am Broadway in New York, dem Moskauer Bolshoi Theater, dem Teatro Colin in Buenos Aires oder in Shanghai und Osaka unterstreichen den Einfluss auf den zeitgenössischen Tanz. Zudem gilt Introdans als Pionier für inklusiven Tanz.
Levitation ist eine faszinierende Auseinandersetzung mit der Schwerelosigkeit und dem menschlichen Traum vom Fliegen. Tarek Assam, langjähriger Ballettdirektor und künstlerischer Leiter von TanzHarz hat damit eine beeindruckende Choreografie geschaffen, mit der die Company seit der Uraufführung 2023 immer wieder deutschlandweit auf Festivals zu sehen war.
Die Tanzsparte des Nordharzer Städtebundtheaters von Halberstadt und Quedlinburg steht für Produktionen, die gesellschaftliche oder wissenschaftliche Themen in den Blick nehmen. Die Arbeit der Company zeichnet sich durch gesellschaftliches Engagement, künstlerische Innovation und internationale Vernetzung aus.
Choreograf Marioenrico D’Angelo kreierte Night Shining Clouds als Teil des dreiteiligen Ballettabends Zwielichter, der im Rahmen des Förderprojektes „Next Step“ entstanden ist. Poetisch und voller Energie, mit einer ebenso düsteren wie verspielten Bildsprache stellt sein Beitrag die Frage nach Zugehörigkeit in einer sich ständig wandelnden Gesellschaft und Welt.
Das Bern Ballett ist eine der bedeutendsten Ensembles für zeitgenössischen Tanz in der Schweiz und des deutschsprachigen Raums. Mit verschiedenen Projekten gibt die Company immer wieder auch jungen Choreografinnen und Choreografen aus aller Welt eine Bühne.
„Anhand der Musik von Frédéric Chopin eröffnet sich eine traumgleiche Sphäre, in der das Publikum Zeuge einer tiefgründigen Erforschung menschlicher Emotionen wird“, schrieb der Dachverband Tanz Deutschland über Christian Spucks Choreografie Nocturne. In dem kurzen Tanzstück verbindet der Intendant des Berliner Staatsballettes auf seine einzigartige Weise moderne mit klassischen Elementen und bringt die Komplexität der Introspektion berührend auf die Bühne.
Das Staatsballett Berlin ist die größte und eine der renommiertesten Ballettcompanys Deutschlands. 2025 wurde die Company, in der 79 Tänzerinnen und Tänzer aus 30 Nationen tanzen, von der Zeitschrift „tanz“ als Glanzlicht des Jahres ausgezeichnet. 2026 wurde Christian Spuck mit dem Deutschen Tanzpreis ausgezeichnet.
Schwingungen findet sich in allen Künsten, im Pinselstrich auf der Leinwand, zwischen den Zeilen von Romanen und natürlich in jeder Bewegung des Tanzes. Vibration erkundet, wie diese Schwingungen Emotionen vermitteln. Die Choreografie fängt diese Schwingungen ein, legt ihr Wesen offen und lässt das Publikum erfahren, wie die in ein spürbares, tiefgreifendes Erlebnis übertragen werden.
Die 1960 gegründete Compagnia del Balletto di Roma gehört zu den herausragenden Tanzensembles Italiens. Mit Balletten zwischen großen Klassikern und innovativen Eigenproduktionen sind die Tänzerinnen und Tänzer auch auf internationalen Bühnen zu sehen. Die Company legt einen besonderen Augenmerk auf Forschung und die angeschlossene Tanzschule, die zu einer der wichtigsten Talentschmieden des Tanzes in Italien zählt.
Eine Sonderausstellung des dänischen Nationalmuseums zum Bildhauer Alberto Giacometti gab den Anlass zu dieser Choreografie von Lotte Sigh. What meets the eye, was ins Auge fällt, vollzieht Giacomettis visuelle Wahrnehmung des Menschen und seinen Fous auf den Sehvorgang tänzerisch nach. Ebenso fragil wie ausdrucksstark begegnen sich zwei Künste, in deren Zentrum jeweils der Körper steht.
Lotte Sigh gründete 2005 mit Morten Innstrand die Copenhagen Contemporary Dance School, deren Tanzcompany heute eine Speerspitze in Dänemark für zeitgenössischen Tanz ist. Die ‚Tanzschule’ ist ein Zentrum für junge Talente Skandinaviens und zieht international renommierte Choreografinnen und Choreografen an.